Kinder und Zähneputzen: Welche Methode ist die beste?

Bereits mit dem Durchbruch des ersten Milchzahnes sollten die Eltern beginnen, die Zähne ihres Kindes zu putzen.

Für die ganz Kleinen gilt: Die ersten Zähnchen sollten täglich, besonders abends, gründlich gereinigt werden – am besten mit einer erbsengroßen Menge fluoridhaltiger Kinder-Zahnpasta. So werden die gefährlichen Zahnbeläge entfernt.

Ab dem zweiten Geburtstag beginnen Kleinkinder mit den ersten eigenen Putzversuchen. Wichtig ist, dass die Eltern das Zähneputzen nach wie vor selbst übernehmen und bis in das Schulalter hinein die Zähne ihres Kindes weiterhin nachputzen.

Abb.: Zahnpflege bei Kindern


Zwischen dem dritten und sechsten Geburtstag sollten die Kinder nach der KAI-Methode (Kauflächen, Außenflächen, Innenflächen) putzen. Weil auf den Kauflächen, in den Grübchen der Zähne, zuerst Karies entstehen kann, ist es zweckmäßig, auch dort mit dem Erlernen des Putzens zu beginnen. Zuerst hin und her auf den Kauflächen; immer am letzten Zahn anfangen. Erst rechts unten, dann rechts oben, dann links unten, dann links oben.

Abb.: KAI-Putzsystematik - zuerst die Kauflächen, dann die Außenflächen, zum Schluss die Innenflächen

 

Wenn die Kinder die Kauflächen richtig putzen können, – meist ist das mit etwa 4 ½ Jahren der Fall – können sie auch die Außenflächen der Zähne in das Putzprogramm einbeziehen. Es werden bei leicht geöffneten Zahnreihen mit der Zahnbürste Kreise oder Bälle auf die Außenflächen der Seitenzähne gemalt. Wieder von hinten nach vorn, erst rechts, dann links. Dann werden die Zähne wie beim Abbeißen geschlossen, weil sich so auch auf die Schneidezähne leichter Kreise malen lassen.


Ältere Vorschulkinder putzen auch schon die Innenflächen der Zähne. Dabei wird die Zahnbürste vom Zahnfleisch in Richtung zum Zahn (von Rot nach Weiß) geführt. Erst rechts unten, dann rechts oben, dann links unten, dann links oben. Aber auch in diesem Alter müssen die Eltern weiterhin nachputzen.

Motivation der Kinder

Wenn Kinder nicht Zähne putzen wollen, vermeiden Sie jeden Zwang und etwaige Bestrafung. Führen Sie Ihr Kind behutsam und spielerisch – am besten über die natürliche Nachahmung – an die Zahnreinigung mit Zahnbürste und Zahnpasta heran. Lassen Sie Ihr Kind zuschauen, wenn Sie sich selbst die Zähne putzen. Wenn Ihr Kind dabei schon seine eigene Zahnbürste in den Mund nehmen darf, ist es zum Zähneputzen nicht mehr weit. Oder Sie lassen sich zuerst von Ihrem Kind die Zähne putzen und kehren das Spiel nachher um.

Zahnputztechnik wie die Erwachsenen

Wenn das Kind die notwendigen manuellen Fähigkeiten entwickelt hat – eine allgemeingültige Altersempfehlung kann man aufgrund der unterschiedlichen Entwicklung nicht abgeben – sollte es von der KAI-Technik zur Zahnputztechnik für Erwachsene wechseln: Als besonders effektiv hat sich die so genannte Bass-Technik erwiesen, die deshalb von vielen Zahnärzten empfohlen wird. Hierbei legt man die Zahnbürste im 45°-Winkel an Zahnfleisch und Zähne an. Indem man die Borsten leicht gegen Zähne und Zahnfleisch drückt, führt man kleine, rüttelnde Hin- und Herbewegungen von einer halben Zahnbreite durch. So werden die fest haftenden, bakteriellen Zahnbeläge (Plaque) gelockert und gründlich und schonend entfernt. Pro Zahnabschnitt sollte man mindestens zehn Rüttelbewegungen durchführen. Eine systematische Zahnreinigung beginnt zum Beispiel bei den Außenflächen; dann folgen die Innenflächen und zuletzt die Kauflächen. Der Putzdruck sollte nicht mehr als 100 Gramm betragen; mit Hilfe von Küchen- oder Briefwaage lässt er sich einüben. Die Putzdauer sollte jeweils zwei bis drei Minuten betragen. Um alle Plaquereste gründlich zu entfernen, sollte man zwei bis drei Mal täglich Zähneputzen, und zwar nach den Mahlzeiten.

Abb.: Bass-Technik, bei der die Bürste schräg (45° Winkel) am Zahnfleischsaum angesetzt und mit kleinen, rüttelnden Bewegungen über die Zähne geführt wird

 

 

 

 

Tipps von Bärbel Kiene, elmex Forschung

Abb.: Bärbel Kiene

 

 

 

 

 

 

 

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