elmex Forschung warnt: Verzicht auf lokale Fluoridierung bei Kleinkindern schadet

Fluoride spielen eine wichtige Rolle bei der Prävention von Milchzahnkaries. Entscheidende Bedeutung kommt dabei fluoridhaltigen Kinder-Zahnpasten zu. Zahnärzte und zahnmedizinische Experten empfehlen, bereits mit dem Durchbruch des ersten Milchzahns mit dem Zähneputzen zu beginnen. Obwohl diese Empfehlungen wissenschaftlich abgesichert und anerkannt sind, drohen sie in Vergessenheit zu geraten.

Die wissenschaftliche Diskussion bezüglich der Bedeutung der Fluoride unter Einbeziehung aller relevanten Gruppierungen (verschiedene zahn- und kinderärztliche Gesellschaften) wurde mit der Erstellung und Verabschiedung der Fluorid-Leitlinien im April 2006 abgeschlossen. Dennoch werden in letzter Zeit wieder unrichtige und irreführende Aussagen zu Milchzahnpflege und Fluoridierung von Kinder-Zahnpasten hörbar – bis hin zur Empfehlung, bei Kleinkindern unter drei Jahren komplett auf Zahnpasta zu verzichten. Die elmex Forschung warnt vor diesen irreführenden Angaben, auf deren Grundlage Kinderärzte möglicherweise ungewollt unzweckmäßige Empfehlungen geben könnten. Die Folge können nachhaltige Schäden an den Zähnen ihrer kleinen Patienten sein.

Die kariespräventive Wirksamkeit fluoridhaltiger Kinder-Zahnpasten beruht auf der täglichen mechanischen Entfernung von Zahnbelägen in Kombination mit dem Einbringen von Fluorid-Ionen auf die Zahnoberflächen durch die Eltern ab dem ersten Milchzahn. Die Verwendung fluoridhaltiger Zahnpasten ist wesentlicher Bestandteil der evidenzbasierten Fluorid-Leitlinie, die im April 2006 zwischen allen relevanten Gruppierungen abgestimmt. „Die Fluoridkonzentration von 500 ppm stellt einen guten Kompromiss zwischen Wirksamkeit und Sicherheit dar“, erklärt Bärbel Kiene von der elmex Forschung. „Die Wirksamkeit fluoridreduzierter Kinder-Zahnpasten ist wissenschaftlich belegt“.

Bereits 1949 wurde gezeigt, dass Fluorid nach dem Zahndurchbruch von außen zugeführt werden muss, um einen ausreichenden Kariesschutz aufrecht zu erhalten. Eine klinische Studie in Deutschland hat 1992 bewiesen, dass die Gabe von Fluoridtabletten vor dem Zahndurchbruch keine Kariesreduktion zu erreichen vermag. Bärbel Kiene: „Damit ist die Wirksamkeit von Fluoridtabletten gerade in der Phase, in der diese Tabletten – meist in Kombination mit Vitamin D zur Rachitisprophylaxe – am häufigsten gegeben werden, nicht sicher belegt.“

Die Verwendung ungeeigneter Hilfsmittel wie Wattestäbchen und Wasser sowie der Verzicht auf fluoridhaltige Kinder-Zahnpasta oder gar generell auf das Zähneputzen ab dem ersten durchbrechenden Milchzahn kann nicht nur schwerwiegende Folgen für das Gebiss des Kindes nach sich ziehen, sondern dadurch auch Auswirkungen auf die bleibenden Zähne haben – und somit zu einer lebenslangen Beeinträchtigung führen.

Impressum