Gundis Zámbó: Zahnschäden durch Bulimie – Was können Betroffene tun?

Gundis Zámbó, Schauspielerin („Derrick“, „Siska“), TV-Moderatorin und Produzentin („Gundis Zámbó – Style Lounge“), litt fast 25 Jahre an Bulimie. In ihrem Bestseller „Mein heimlicher Hunger“ beschreibt die 41jährige die seelischen und körperlichen Qualen ihrer schweren Erkrankung und ihren Weg zurück in ein normales Leben. Dass auch ihre Zähne durch das jahrelange Erbrechen Schaden genommen haben, sieht man ihr heute nicht mehr an. „Gesunde Medizin“ sprach mit Gundis Zámbó und Bärbel Kiene von der elmex Forschung über schwere Zahnschäden bei Bulimikern und wie Betroffenen geholfen werden kann.

Zahngesundheit aktuell: Frau Zámbó, was haben Sie nach dem Erbrechen getan – Zähne geputzt?

Zámbó: Ja. Man versucht den schlechten Geschmack wegzuputzen und will, dass keinerlei Spuren an Mund und Zähnen zurückbleiben, die einen verraten können. Man möchte gepflegt sein und gut aussehen. Ich habe bis zu 10 mal am Tag die Zähne geputzt – und sicher nicht nur zuviel, sondern auch falsch. 

Zahngesundheit aktuell: Frau Kiene, kann man überhaupt zu oft die Zähne putzen?

Kiene: Im Normalfall nicht, denn der gesunde Zahnschmelz ist die härteste Substanz unseres Körpers. Bei Bulimikern gibt es aber einen falschen Zeitpunkt für das Zähneputzen, nämlich unmittelbar nach dem Erbrechen.

Zahngesundheit aktuell: Warum ist das der falsche Zeitpunkt?

Kiene: Weil die Magensäure, die beim Erbrechen in die Mundhöhle gelangt, den Zahnschmelz anlöst und für mechanische Belastungen besonders anfällig macht. Mit fortschreitender Erosion wird das schmerzempfindliche Dentin freigelegt, und die Patienten leiden an einer erhöhten Reizempfindlichkeit.

Zahngesundheit aktuell: Frau Zámbó, wussten Sie, dass das Erbrechen Ihren Zähnen schadet?

Zámbó: Ich hatte bereits gehört, dass die meisten Betroffenen Probleme mit den Zähnen haben. Die tatsächlichen Folgen des ständigen Erbrechens konnte ich ein paar Jahre später an meinen eigenen Zähnen erkennen.

Zahngesundheit aktuell: Frau Kiene, was sollten Betroffene ihrer Meinung nach tun, um ernsthafte Zahnerkrankungen zu vermeiden?

Kiene: Studien haben gezeigt, dass fluoridhaltige Zahnspülungen einen positiven Effekt bei der Remineralisation von durch Säure angegriffenem Zahnschmelz haben. Wenn unmittelbar nach dem Erbrechen gespült wird, kann dies helfen, Erosionsschäden abzumildern.

Zahngesundheit aktuell: Frau Zámbó, heute sieht man Ihren Zähnen nicht mehr an, dass sie durch Ihre Erkrankung in Mitleidenschaft gezogen wurden…

Zámbó: Nein, denn zum Glück habe ich einen guten Zahnarzt – es war zwar teuer und aufwändig, aber heute kann ich wieder strahlend lachen. Aber nur, weil ich mit Hilfe von Freunden, Familie und Therapeuten meine Essstörung überwunden habe und heute ein glückliches Leben führe.

Infos zum Thema:

Gundis Zámbó: „Mein heimlicher Hunger“, Rowohlt Verlag

www.gundiszambo.de

www.anad.de

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