Die GABA hat mit meridol Halitosis Mundspülung ein neues Produkt gegen Halitosis („Mundgeruch“) auf den Markt gebracht. Die Fachzeitschrift Dentalmagazin interviewte Dipl. Biochemikerin Bärbel Kiene, Director Scientific Affairs GABA International AG, zur Halitosis und zum neuen Produkt.
Frage: Die Wirkung von Mundspüllösungen ist zeitlich begrenzt bzw. soll bei richtiger Halitosis eigentlich gar nicht helfen. Welche Zusammensetzung hält den Atem bei meridol Halitosis länger frisch und warum?
Bärbel Kiene, GABA: meridol Halitosis Mundspülung bekämpft mit einem dreifachen Wirkmechanismus die Ursachen von Mundgeruch: geruchsaktive Bakterien auf der Zunge und im gesamten Mundraum werden inaktiviert, geruchsbildende Verbindungen werden neutralisiert und der Stoffwechsel geruchsaktiver Bakterien wird vermindert.
Die Wirkung praktisch a l l e r wirksamen Mundhygiene-Produkte – so auch der meridol Halitosis Mundspülung - ist zeitlich begrenzt. Ein anderes Beispiel: Der Kariesschutz einer Zahnpaste ist ebenfalls zeitlich begrenzt, daher die Empfehlung der Anwendung zweimal täglich.
Eine Anwendung der meridol HALITOSIS Mundspülung sollte, wenn indiziert, im Rahmen der täglichen Oralhygiene stattfinden, je nach Schweregrad 1-2 mal täglich.
Der Mechanismus von Aminfluorid/Zinnfluorid beruht vor allem auf seiner ausgezeichneten antibakteriellen Wirkung. Keime aus dem Zahn- und Zungenbelag, die für die Produktion flüchtiger Schwefelverbindungen und somit Mundgeruch verantwortlich sind, werden abgetötet. Aminfluorid selbst wirkt antibakteriell und sorgt aufgrund seiner Oberflächenaktivität für eine homogene Verteilung auf allen benetzten Flächen. Der schwach saure Aminfluorid/Zinnfluorid-Komplex setzt bei Kontakt mit der Zungenoberfläche Zinnionen frei, diese passieren die bakterielle Membran und inhibieren zahlreiche bakterielle Proteine. Zinnionen verrringern zudem die Anheftung von Bakterien an Oberflächen der Mundhöhle.
Zink ist das am besten untersuchte Metall in der Mundgeruchsforschung. Zinkionen besitzen eine hohe Affinität zu Schwefel, sie binden die für die Mundgeruchentstehung typischen Schwefelverbindungen, fällen diese in unlöslichen Zinksulfid-Komplexen aus und machen sie somit unschädlich.
Frage: Das Produkt enthält kein Alkohol. Was war der Grund für diese Entscheidung?
Bärbel Kiene, GABA: Alkohol wird häufig als Lösungsvermittler in Mundspüllösungen eingesetzt und ist vom chemischen und biologischen Standpunkt betrachtet in den meisten Fällen unnötig. Wissenschaftler empfehlen deshalb, vor allem auch im Hinblick auf die Verabreichung an Kinder, Schwangere und chronisch Kranke, auf den Einsatz von Alkohol in Mundspül-Lösungen ganz zu verzichten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) unterstützt die Empfehlung der Wissenschaftler und fordert bis zu deren Umsetzung ebenfalls eine deutliche Kennzeichnung der Produkte, sowohl auf Flaschen als auch auf Umverpackungen.
Die meridol HALITOSIS Mundspülung ist alkohol- und chlorhexidinfrei, zeichnet sich durch sehr gute Verträglichkeit aus und ist daher für die Langzeitanwendung geeignet.
Frage: Es gibt die „Morgenhalitosis“ und die „richtige Halitosis“. Worauf beziehen sich die klinischen Studien zur Wirksamkeit der meridol Halitosis Mundspülung?
Bärbel Kiene, GABA: „Morgenhalitosis“ und „richtige Halitosis“ sind Unterarten der Halitosis und unterscheiden sich lediglich im Schweregrad. Die klinischen Studien beziehen sich auf „Morgenhalitosis“, vom zugrunde liegenden Mechanismus der Mundgeruchsentstehung und der zugehörigen Diagnostik sind beide Formen identisch.
In klinischen Studien ist es essenziell die Messungen der Atemluft jeweils morgens, also unmittelbar nach der Nachtruhe, vorzunehmen, da nur so gewährleistet ist, dass die Werte nicht durch das individuelle Verhalten der Probanden verfälscht werden.
Das individuelle Verhalten des Patienten (z.B. Ernährung, Flüssigkeitskonsum, Medikamenteneinnahme usw.) ist dann auch in großem Umfang dafür verantwortlich, ob sich eine Halitosis im Verlauf des Tages verliert oder nicht. Auch aus diesem Grund ist es schwierig eine scharfe Trennung zwischen den beiden Formen vorzunehmen. In der mit meridol HALITOSIS durchgeführten Studie wurde ungeachtet dessen aber darauf geachtet, dass eine den publizierten epidemiologischen Daten entsprechende und klinisch relevante Gruppe an Probanden rekrutiert wurde. In dieser Studie wurde zudem eine gleichwertige Effizienz zu Chlorhexidin-haltigen Mundspülungen gezeigt, die auch erfolgreich an Patienten mit sehr schwerwiegenderer Halitosis getestet wurden.
Frage: Was empfehlen Sie dem Zahnarzt, wie er das Thema „Halitosis“ in der Praxis handhaben könnte?
Bärbel Kiene, GABA: Offensiv! Mundgeruch ist immer noch ein Tabuthema in der Bevölkerung, obwohl etwa ein Viertel regelmässig davon betroffen ist. Hier ist der Zahnarzt gefordert, den Patienten "abzuholen", entweder über die Integration entsprechender Fragen in den Anamnesebogen, auffordernde Informationsmaterialien im Wartezimmer oder das direkte Ansprechen des Patienten im Behandlungsraum.
In der Regel ist der typische Halitosispatient sich seines Mundgeruchs gar nicht bewusst, daher ist Fingerspitzengefühl, bzw. Entdramatisierung gefragt. Ein kleines Kompliment zu Gesprächsbeginn ist hier angezeigt. Die Offenbarung der Diagnose sollte direkt von dem Lösungsvorschlag begleitet sein.
Um die Aufmerksamkeit für und das Wissen um die Indikation Halitosis zu fördern, haben wir umfangreiche Informationen bereitgestellt: So finden Zahnärzte unter www.gaba.com/europerio eine Dokumentation des Symposiums zu Halitosis und ein e-learning-tool zu dieser Indikation. Unter www.gaba-dent.de/prophylaxedialog findet man ein Sonderheft unserer Fachzeitschrift, die alle Aspekte der Indikation anhand von Expertenbeiträgen beleuchtet.