Zusammenhänge zwischen Allgemeinerkrankungen und Erkrankungen an Zähnen bzw. Zahnhalteapparat

Parodontitis und Allgemeinerkrankungen

Nach heutigem Forschungsstand kann es als erwiesen angesehen werden, dass eine Parodontitis die allgemeine Gesundheit beeinträchtigen, die Anfälligkeit für bestimmte systemische Erkrankungen erhöhen und deren Verlauf ungünstig beeinflussen kann. Zu diesen Erkrankungen gehören vor allem Diabetes und kardiovaskuläre Erkrankungen Eine Parodontitis ist eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates (Parodontium) und die bei chronischem Verlauf zum Knochenabbau und zum Zahnverlust führt. Jede Parodontitis beginnt mit einer Entzündung des Zahnfleisches (Gingivitis) als Folge einer mikrobiellen Besiedelung der Mundhöhle durch Plaquebakterien, deren Stoffwechselprodukte das Zahnfleisch reizen. Klassische Symptome einer Gingivitis sind Rötung, Schwellung und Blutung bei Berührung, beispielsweise beim Zähneputzen. In 10-15 Prozent der Fälle entwickelt sich die Gingivitis zu einer Parodontitis.

 

Abb.: Gingivitis (Zahnfleischentzündung) wird durch Stoffwechselprodukte von Plaquebakterien ausgelöst, die den Zahnfleischsaum besiedeln

 

 

Abb.: Paradontitis, entzündliche Zerstörung des Zahnhalteapparates

 

 

 

 

Diabetes mellitus und Parodontitis

Zahlreiche Studien lassen vermuten, dass sowohl Diabetes Typ-I- als auch Typ-II-Patienten ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Parodontalerkrankung haben, sogar in schwererer Ausprägung als Nicht-Diabetiker. Studien zeigen für Diabetiker über 40 Jahre, dass die Schwere der parodontalen Erkrankung mit längerer Dauer des Diabetes mellitus zunimmt. Zwischen Parodontitis und Diabetes mellitus besteht eine Wechselbeziehung. So haben schlecht eingestellte Diabetes-Patienten nicht nur ein erhöhtes Risiko, an einer Parodontitis zu erkranken. Eine Infektion des Zahnhalteapparates kann, wie alle Infektionen, zu Schwierigkeiten bei der Kontrolle des Blutzuckerspiegels führen. Denn bakterielle Infektionen erzeugen eine Insulinresistenz des gesamten Körpers.

Herz-/Kreislauferkrankungen Erkrankungen und Parodontitis

Es gilt zunehmend als gesichert, dass parodontale Erkrankungen im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko kardiovaskulärer (also den Herz-/Kreislauf betreffenden) Erkrankungen wie Durchblutungsstörungen und Schlaganfall stehen. Wie andere chronische Infektionen gehen auch chronische parodontale Infektionen mit möglichen Veränderungen der Blutwerte einher.

Parodontitisprophylaxe bedeutet Gingivitisprophylaxe

Eine wechselseitige negative Beeinflussung von Diabetes mellitus und Parodontitis kann durch eine effiziente Prophylaxe vermieden werden. Da einer Parodontitis immer eine Gingivitis vorausgeht, beginnt eine wirksame Prävention bei der Gingivitisprophylaxe. Parodontitis und Gingivitis sind Folgen einer ungenügenden Entfernung von Plaque, die als Biofilm die Vermehrung krankheitserregender Bakterien fördert. Eine wirksame Plaquekontrolle ist daher die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Gingivitis- und Parodontitisprophylaxe. Dazu ist eine optimale häusliche Mundhygiene unabdingbar. Ergänzend zur täglichen Plaque-Entfernung mit Zahnpasta und Zahnbürste können antibakterielle Mundspül-Lösungen die Plaqueansammlung reduzieren. So können bestehende Entzündungen verringert und neuen Reizungen vorgebeugt werden. Studien zeigen, dass die kombinierte Anwendung von Zahnpasta und Mundspül-Lösung mit der Wirkstoffkombination Aminfluorid/Zinnfluorid hier besonders wirksam ist. Neben der täglichen Mundhygiene und regelmäßigen Zahnarztbesuchen sollte mindestes zweimal jährlich eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt werden. Alle Maßnahmen, vorbeugende wie therapeutische, müssen zwischen den betreuenden Fachärzten und dem Zahnarzt abgesprochen werden.

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