Eltern putzen Kinderzähne – Erfahrungsbericht

Ich bin Mutter eines 2 ½-jährigen Sohnes namens Yannik. Als Yannik 9 Monate alt wurde, stand ihm der 1. Zahnarztbesuch bevor. Wir machten uns deswegen viele Gedanken: Verläuft seine Entwicklung normal? Ist es schlimm, dass Yannik noch keinen einzigen Milchzahn hat? Wie reagiert er auf den Zahnarzt und die fremde Umgebung?

In der Zahnarztpraxis fanden wir eine sehr angenehme Atmosphäre vor, die uns einen Teil der Aufregung und Sorgen nahm. Der Zahnarzt und seine Assistentin gingen gut auf Yannik ein. Zunächst zeigten sie ihm die vielen interessanten Dinge im Behandlungszimmer, z.B. den Zahnarztstuhl, der mit uns hoch und herunter gefahren wurde. Yanniks Lachen hat dann dem Zahnarzt geholfen, einen Blick in seinen Mund zu werfen. Im Hinblick auf die noch nicht vorhandenen Milchzähne konnte uns der Zahnarzt beruhigen: Yanniks Entwicklung verlief ganz normal. Mitunter kann sich der Durchbruch der Milchzähne in die Mundhöhle etwas verzögern.

Nach der Untersuchung wurden wir eingehend über die optimale Zahnpflege (Kariesprophylaxe, Fluoridierungsmaßnahmen) und Ernährung im Säuglingsalter beraten. Ab dem 1. Milchzahn sollten wir 1x täglich die Zähne unseres Sohnes gründlich putzen. Der erste Besuch beim Zahnarzt war für Yannik und uns ein voller Erfolg. Wir verließen die Praxis mit dem guten Gefühl, dass alles in Ordnung war und wir uns keine Sorgen machen mussten.

Ein erstes Beratungsgespräch mit dem Zahnarzt sollte grundsätzlich zwischen dem 6. und 9. Lebensmonat eines Kindes erfolgen. Damit wird es früh an das Geschehen in der Zahnarztpraxis herangeführt, betrachtet die Kontrolluntersuchungen (mindestens 2x jährlich) als selbstverständlich und lernt eine mögliche „Angst vorm Zahnarzt“ gar nicht erst kennen.

Als Yannik im Alter von 14 Monaten endlich seinen ersten Milchzahn bekam, erforderte die Zahnpflege große Aufmerksamkeit von uns. Es war nicht immer so einfach wie gedacht. Auf spielerische Art und Weise führten wir Yannik an das 1x tägliche Zähneputzen heran. Dabei saß er aufrecht in seinem Kinderhochstuhl und öffnete seinen Mund meist von allein, da er das abendliche Ritual schnell akzeptierte. Mit der einen Hand hielten wir seine Lippe ab, um so gründlicher die Zahnbeläge zu entfernen, und mit der anderen Hand putzten wir seine Zähne. Dazu benutzten wir eine Lern-Zahnbürste (von elmex). Nachdem Yannik uns beim Zähneputzen zugesehen hatte, probierte er das Putzen zunächst an unseren Zähnen aus. Bald darauf folgten seine ersten eigenen Putzversuche vor dem Spiegel. Dabei kam uns der Effekt der natürlichen Nachahmung sehr zugute. Nachdem er anfangs nur auf seiner Zahnbürste herumgekaut hatte, war Yannik nach einiger Zeit in der Lage, auf den Kauflächen hin- und herzuputzen.

Inzwischen trägt unser Sohn mit wachsender Begeisterung die erbsengroße Menge an fluoridhaltiger Kinder-Zahnpasta (z. B. von elmex) selbst auf. Eine kleine gelbe Markierung auf dem Borstenfeld erleichtert ihm hier die Dosierung. Abwechselnd schauen wir dabei zu und sind stolz auf seine Entwicklung. Nachdem Yannik seine Zähne selbst geputzt hat, putzen wir sie gründlich nach. Dabei hilft uns der verlängerte Zahnbürsten-Griff. Yanniks Ausdauer beim Zähneputzen fördern wir durch eine Zahnputzuhr, und als Belohnung lesen wir ihm eine Gute-Nacht-Geschichte vor. Natürlich gibt es auch Tage, an denen Yannik seine Zähne nicht putzen möchte, aber mit etwas Geduld und Zuspruch meistern wir auch diese Hürde. Zudem hat sich durch die frühzeitige Gewöhnung an die inzwischen 2x tägliche Zahnreinigung ein gutes Zahnputzritual entwickelt, das unser gründliches, tägliches Putzen enorm erleichtert.

Sehr hilfreich ist für junge Eltern der Zahnärztliche Kinderpass. Dieser ist über die Landeszahnärztekammern der jeweiligen Bundesländer erhältlich. Dabei handelt es sich um einen Ratgeber mit wissenschaftlich abgesicherten Empfehlungen der Bundeszahnärztekammer.

Dipl.-Biol. Katrin Sens

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